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Zurück in die Region: warum Rückkehr gelingt

Warum Menschen in die Region zurückkommen, woran es scheitert und was Betriebe und Rückkehrende dafür tun können.

5. Februar 2021 · 867 Wörter
Schloss Winsen an der Luhe im Landkreis Harburg
Schloss Winsen an der Luhe. Foto: Andree Werder, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die größte Gruppe, die in diese Region zieht, sind keine Fremden. Es sind Menschen, die hier aufgewachsen sind, für Ausbildung, Studium oder Arbeit weggegangen sind und nach zehn oder fünfzehn Jahren zurückkommen, meistens mit Familie, meistens zwischen dreißig und vierzig. Für die sechs Landkreise ist diese Gruppe demografisch entscheidend, und für Betriebe ist sie die realistischste Zielgruppe bei der Personalsuche.

Dieser Beitrag beschreibt, warum Rückkehr funktioniert, woran sie scheitert und was beide Seiten dafür tun können.

Warum Menschen zurückkommen

Die Gründe wiederholen sich mit auffälliger Regelmäßigkeit. An erster Stelle stehen Wohnkosten: Was in Hamburg eine Wohnung ist, ist hier ein Haus mit Garten. An zweiter Stelle Kinder: der Wunsch, dass sie aufwachsen wie man selbst, mit Rad, Verein und Freiheit vor der Tür. An dritter Stelle Familie: Großeltern in der Nähe verändern die Betreuungsrechnung eines Haushalts vollständig.

Was in den Gesprächen dagegen selten vorkommt, ist der Arbeitsplatz. Die Arbeit ist fast nie der Grund für die Rückkehr; sie ist die Bedingung, unter der sie möglich wird. Genau darin liegt die Chance für Betriebe: Wer eine passende Stelle sichtbar macht, löst eine Entscheidung aus, die ohnehin schon im Raum steht.

Woran es scheitert

  • Die zweite Stelle. Ein Haushalt mit zwei Berufstätigen braucht zwei Arbeitsplätze in erreichbarer Nähe. Das ist die häufigste Hürde überhaupt.
  • Fehlende Sichtbarkeit. Viele Rückkehrwillige wissen schlicht nicht, welche Arbeitgeber es hier inzwischen gibt; ihr Bild stammt aus der Schulzeit.
  • Gehaltssprung nach unten. Ohne die vollständige Rechnung aus Miete, Fahrzeit und Betreuung wirkt der Wechsel wie ein Rückschritt.
  • Anschluss. Wer weg war, hat sein soziales Netz vor Ort verloren. Familie ersetzt Freundeskreis nicht.

Was den Ausschlag gibt

Drei Dinge tauchen in den Berichten immer wieder auf. Erstens ein konkretes Angebot statt einer allgemeinen Einladung: eine Stelle mit Aufgabe, Team und Perspektive, nicht die Aussicht, „da findet sich was“. Zweitens Unterstützung bei den Alltagsfragen: Wohnung, Kita, manchmal ein Kontakt zur Gemeinde. Drittens eine ehrliche Rechnung: Betriebe, die den Gehaltsunterschied offen ansprechen und die Gegenposten benennen, wirken glaubwürdiger als solche, die ihn umgehen.

Für Rückkehrende selbst hat sich bewährt, den Wechsel nicht als Sprung, sondern als Prüfung anzulegen: erst die Stelle klären, dann probeweise pendeln oder zeitweise doppelt wohnen, dann umziehen. Das kostet ein paar Monate und verhindert die teuerste Variante: Umzug, Enttäuschung, Rückzug.

Was sich in den Betrieben verändert hat

Vor zehn Jahren wäre die Frage nach Teilzeit, Homeoffice-Tagen oder flexiblen Anfangszeiten in vielen Betrieben der Region schwierig gewesen. Heute ist sie in den meisten verhandelbar, und zwar aus Eigeninteresse: Wer Fachkräfte will, muss auf Lebensmodelle eingehen, die es früher nur in der Stadt gab.

Für Bewerberinnen und Bewerber heißt das, danach zu fragen, auch wenn es nicht in der Anzeige steht. Anzeigen in kleinen Betrieben sind selten aktuell und noch seltener vollständig; vieles wird im Gespräch geregelt und dort auch zugesagt.

Was Rückkehrende mitbringen

Für Betriebe ist diese Gruppe aus einem Grund besonders attraktiv, der wenig mit Fachlichkeit zu tun hat: Sie bleibt. Wer nach zehn Jahren Stadt bewusst zurückkommt, hat die Entscheidung schon getroffen und wechselt selten wieder, anders als Zugezogene ohne Wurzeln, bei denen der nächste Ortswechsel statistisch näher liegt.

Dazu kommt Erfahrung von außen. Menschen, die in größeren Organisationen gearbeitet haben, bringen Abläufe, Werkzeuge und Standards mit, die in kleinen Betrieben oft fehlen. Betriebe, die das zulassen statt es als Kritik zu verstehen, gewinnen dabei doppelt.

Wie man wieder Anschluss findet

Der praktische Teil wird am häufigsten unterschätzt. Wer zurückkommt, kennt zwar den Ort, aber nicht mehr die Menschen; Freundeskreise haben sich verschoben, und die eigenen Eltern sind kein Ersatz für eigene Kontakte. Was funktioniert, ist dasselbe wie bei Zugezogenen: Verein, Feuerwehr, Elternabend, Nachbarschaft. Der Unterschied ist nur, dass es schneller geht, weil man die Codes kennt.

Was Kommunen dazu beitragen

Einige Gemeinden in der Region gehen die Frage inzwischen aktiv an: mit Ansprechstellen für Zuziehende, mit Übersichten zu Bauplätzen und Bestandsimmobilien und mit Willkommensangeboten, die konkret bei Anmeldung, Kita-Platz und Vereinsanschluss helfen. Das klingt klein und ersetzt in der Praxis genau die Wochen, in denen ein Umzug sonst am Papierkram hängen bleibt.

Warum kommen Menschen in die Region zurück?

Wegen Wohnkosten, Kindern und Familie in der Nähe. Die Arbeit ist fast nie der Grund, sondern die Bedingung, unter der die Rückkehr möglich wird.

Was ist die größte Hürde?

Die zweite Stelle im Haushalt, gefolgt von fehlender Sichtbarkeit der Arbeitgeber (viele haben ein Bild aus ihrer Schulzeit) und der fehlenden Gesamtrechnung aus Gehalt, Miete und Fahrzeit.

Wie sollte man einen Rückumzug angehen?

Erst die Stelle klären, dann probeweise pendeln oder zeitweise doppelt wohnen, dann umziehen. Das kostet Monate und verhindert die teure Variante aus Umzug, Enttäuschung und Rückzug.

Warum sind Rückkehrende für Betriebe interessant?

Sie bleiben länger, weil die Entscheidung bewusst gefallen ist, und sie bringen Abläufe und Standards aus größeren Organisationen mit.

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